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Wen interessiert das schon?

The New Republic (USA), 03.12.2008

Bild zum ArtikelDistanziert, aber doch irgendwie beeindruckt blickt Noam Schreiber auf Obamas Truppe, die sich durch Eigenwilligkeit auszeichnet. Da ist der künftige Bürochef Rahm Emanuel, "einer der unberechenbarsten und gottlosesten Menschen", die je im Kongress saßen. Da ist der "berühmt undisziplinierte" Vizepräsident Joe Biden. Da sind Obamas Wahlkampfmanager David Axelrod und David Plouffe, beide bekannt dafür, sich bei Bedarf "sehr klar" ausdrücken zu können. Für Noam Schreiber zeigt das "eine Seite von Obama, die oft übersehen wird: Er mag seine Vertrauten eigenwillig und direkt. Dank seiner Sensibilität eines Autors betrachtet er solche Menschen mit anthropologischer Neugierde. Soll niemand vergessen, dass er als seinen Pastor Jeremiah Wright gewählt hat, einen Mann, der was dramatisches Flair angeht Laurence Olivier das Wasser reichen kann. Einer der vertrautesten Helfer dieser Tage ist der deftige Südstaatler Robert Gibbs ... Gibbs ist bekannt für seine Unverblümheit gegenüber seinem Boss. Eines Tages, zu Beginn von Obamas Amtszeit im Senat, kam Obama zu Gibbs und fragte ihn, wer der Präsident Tansanias sei. 'Wen zur Hölle interessiert das', gab Gibbs laut dem Obama-Biografen David Mendell zurück. Obama fing an zu lachen."


Quelle:http://www.perlentaucher.de/magazinrundschau/2008-11-18.html#a22319

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